tunnel bertoldshofen

 

eingebettet in die allgäuer voralpenlandschaft mit ihren grünen wiesen und sanften hügeln,  entstanden durch tektonische verschiebungen im alpenraum und den damit verbundenen sedimentanlieferungen im voralpenland, die bis heute das bewegte landschaftsbild mit zahlreichen verwerfungen und faltungen prägen, liegt die gemeinde bertoldshofen. aufgrund seiner lage an der bundesstraße 472, die die regionen weilheim, schongau und marktoberdorf verbindet, ist das ortszentrum durch den damit verbundenen schwerlastverkehr stark beeinträchtigt, weshalb eine neue ortsumgehung, mitsamt eines tunnelbauwerks, zu einer entlastung führen soll. der tunnel wird nicht nur als verkehrstechnisch notwendiges bauwerk verstanden, sondern sein beitrag auf die nachhaltige ortsentwicklung bertoldshofens gezielt herausgearbeitet. aufwürfe der hügel werden ergänzt und zu den tunneleingängen geführt. damit bilden sie einen natürlichen schallschutz und stülpen sich über technisch notwendige nebenbaukörper. das eigentliche portalbauwerk wird fokussiert. sich auffaltende vordächer werden in die entstehenden geländekerben eingeschrieben. durch eine leichte rotation aus der achse dynamisieren, visualisieren und leiten sie den weg des verkehrs durch den berg. mithilfe des benötigten fluchtstollens wird ein zusätzlicher mehrwert generiert, wendet sich dieser explizit zum ort und schafft eine neue auftaktsituation für die begehung einer landschaftlich und vegetativ besonderen hochebene. es entsteht eine blickbeziehung zwischen den historisch bedeutenden orte der stadt, der kirche st. michael und dem schlossberg mit seinen relikten des alten schlosses bertoldshofen, welche als leitidee für eine zukünftige siedlungsentwicklung entlang der hangsituationen dienen kann.